Inselhopping „Teil 2“

10 09 2012

Hallo meine lieben Daheimgebliebenen,

wieder ist eine Woche aufregende Woche vergangen:

Am Dienstag musste ich mich von den zwei deutschen Mädels und dem Amerikaner verabschieden. Sie fuhren weiter zur nächsten Insel und ich blieb auf „Naviti“ zurück. Dafür habe ich aber überraschenderweise noch mal Stephanus (auch aus Deutschland) getroffen, der an diesem Tag auf „Naviti“ ankam. Es fing an zu regnen und wir unterhielten uns und schauten einen Film. Am Abend war „Internationaler Abend“ und jeder musste etwas aus seinem Land vortragen. Wir haben also unsere Nationalhymne gesungen und den Anderen bei ihren Vorträgen zugesehen. Es gab ein Lagerfeuer und ich habe mich noch lange mit Stephanus (über das Leben und das Reisen) unterhalten.

Am Mittwoch hat es immer noch geregnet. Meine Laune war dementsprechend nicht so gut, denn auf den Inseln ist es echt langweilig, wenn es regnet. Man kann einfach nichts machen!! Ich habe also mal wieder Tagebuch geschrieben und an meinem Blog gearbeitet. Danach musste ich meinen Backpack packen und mich für meine Abreise vorbereiten. Nach dem Mittagessen musste ich Abschied nehmen und es ging weiter nach „Wayalailai“. Es blieb nicht nur beim Regen…ein Sturm zog auf! Ich war auf der Fähre Richtung „Waya Island“ und die Wellen wurden immer größer. 5 Meter Welle, 7-8 Windstärken und jeder Zweite wurde Seekrank und hat sich übergeben! Es hat gestunken und ich wollte einfach nur noch raus, weil mir schon ganz schlecht wurde. Zum Ausgang laufen war aber nicht mehr möglich, denn die Fahrt war wie auf einem „Freefall Tower“! Stand man, ist man auch gleich einen halben Meter nach unten gefallen, wenn der Bug des Schiffes von der nächsten Welle gefallen ist. Die Fahrt war der reinste Horror und ich dachte bis dahin noch nicht, dass es noch schlimmer werden würde. Zwischen den Inseln „Waya“ und „Wayalailai“ haben sich die Wellen so richtig aufgetürmt. Dann die Durchsage: „Alle Passagiere für Wayalailai müssen jetzt aussteigen!“ Ich lief zum Ausgang und ich wollte alles….nur nicht vom Boot! Die Wellen waren 5-6 Meter hoch, es hat geschüttet und das Zubringerboot war (mal wieder) ein kleines Fischerboot! „I stay here!“, sagte ich und wollte mich nicht rühren! Aber ich hatte keine Wahl…ich hatte nur bis zu diesem Stopp bezahlt! Ich stand am Heck des Bootes und wartete auf mein Zubringerboot. Da war es auch….und schon wieder weg….nämlich 5 Meter weiter unten! Mit der nächsten Welle war es wieder da und dann auch gleich wieder weg. Ich musste den richtigen Moment abpassen (wenn das Boot auf der Welle ist) und dann springen. Ich stand wie angewurzelt und konnte mich nicht rühren, bis mich zwei Hände gepackt haben und ich 5 Meter tief gefallen bin. Ich war im kleinen Fischerboot angekommen und schon nach einer halben Minute durchnässt! Mein Backpack wurde hinterher geworfen und landete sogar im Boot! Das hat aber nicht viel gebracht, denn die Wellen „kamen über“ und haben das Boot zur Badewanne verwandelt! Ich schrie: „Schützt meinen Rucksack, dass er nicht nass wird!!“, aber es war schon zu spät. Eine Megawelle kam und hat unser Boot auf die Kante gelegt. Alles…ALLES ist im Wasser gelandet! SCHEIßE!!!! Ich schrie und war stinksauer! Alle meine Sachen (wirklich alles, was ich im Moment besitze!) war nass! Ich kam (oh Wunder!) sicher am Land an und wurde in Empfang genommen! Diesmal nicht mit Musik und Tanz, aber das hätte man im Sturmwind eh nicht gehört. Ich wurde in mein Zimmer gebracht und erst mal alleine gelassen. Erst da habe ich realisiert, was passiert ist. Ich schaute meinen Rucksack an und stellte fest, dass er komplett durchnässt war. Ich hatte NICHTS Trockenes mehr. Kein Handtuch, keine Klamotten….einfach nichts. Ich hätte fast geheult, aber ich kam gar nicht dazu, weil ich mit Zittern und Frieren zu tun hatte. Ich traf auf 3 andere Deutsche in meinem Zimmer, die ganz hilfsbereit  waren und so konnte ich mich nach einer kalten Dusche immerhin abtrocknen. Ich wurde den ganzen Abend nicht mehr warm und so bin ich gleich nach dem Abendessen ins Bett. Es hat die ganze Nacht weitergestürmt und es hat in unsere Zimmer rein geregnet. Es wurde einfach nichts trocken…alles war nass und kalt!! Ich hatte einen richtigen Hass auf „Fiji“!! Der Traum „Fiji“ kann eben auch zum Alptraum werden….ungefähr einmal im Jahr gibt es einen großen Sturm! Warum muss ich ausgerechnet in hier sein, wenn der Sturm ist??? WARUM? Immerhin konnte ich meine Papiere, Dokumente und Elektronik sichern, denn ich hatte einen „Kotzbeutel“ von der Fähre gesichert und ihn als Wasserschutz für meinen kleinen Rucksack genommen! Ein bisschen feucht wurde alles, aber immerhin funktioniert es noch! (Danke Kotzbeutel!!)

Am nächsten Morgen regnete es immer noch! Ich hatte absolut keinen Bock mehr und wollte einfach nur noch nach Hause…irgendwohin wo es trocken ist und ich ein paar trockene Sachen habe! Die Fijianer waren aber immer noch die Fröhlichkeit in Person! (Wie machen die das??) Zum Frühstück haben sie mich angegrinst und sie meinten, dass es bestimmt irgendwann wieder schön wird. (Wann ist irgendwann??) Einen Wetterbericht hatte aber niemand gehört. Ich vermute, dass es der Sonnentanz am Vorabend war, oder vielleicht, weil ich meinen Teller aufgegessen hatte, auf jeden Fall kam tatsächlich wieder die Sonne raus! DANKE! Ich war einfach nur noch Dankbar! Ich hing alles (auch meinen Rucksack) auf eine Wäscheleine oder legte es ins Gras und ließ es trocknen! Es ist immer noch alles salzig, aber immerhin habe ich wieder ein paar trockene Sachen zum Anziehen! Ich freute mich wie ein kleines Kind über ein trockenes T-Shirt! Den restlichen Tag habe ich ein bisschen Sonne getankt und mich auf eine Erkundungstour begeben. „Wayalailai“ ist ja doch ganz schön, wenn das Wetter passt. Ich traf auf eine Autorin und unterhielt mich noch lange mit ihr. Sie schrieb schon drei Bücher und sie sagte zu mir: „Ach weißt du, wenn man ein Buch schreiben will, dann braucht man genau solche Erlebnisse wie du gestern hattest!! Sonst ist das Buch ja langweilig, wenn nichts Aufregendes passiert!“ Recht hatte sie! Also habe ich schon wieder lachen können und meine Fijireise weiter genossen. Nach dem Nachmittagstee ging ich noch „hiken“. Die Wandertour führte zum „Giant Wobbling Rock“ und zum „White Big Rock“, also nur bergauf. Es war richtig anstrengend und durch die Hitze wurde es nicht besser. 1 ½ Stunden nur nach oben, aber es hatte sich gelohnt! Wir hatten einen atemberaubenden Ausblick!! Wir sahen unsere Hostelanlage von oben und die nächste Insel „Kuarta“. Wir genossen die Sicht eine Weile und wagten uns dann schließlich an den rutschigen Abstieg! Pünktlich zum Abendessen waren wir zurück und den Abend haben wir mit einem schönen Unterhaltungsprogramm (Fiji-Tanz und Gesang) ausklingen lassen.

alles nass….

Trockenaction Teil 1

Mit diesem Boot ist das Unglück passiert….bei 6 Meter Welle!

der Regen zieht weg…man sieht das Wayalailai Hostel

bei schönem Wetter am Strand

Hikingtour!!! Die letzten Meter waren nur noch barfuß zu bewältigen!

geschafft!!!- oben angekommen!

Aussicht auf Kuarta

Hostel von oben

Aussicht genießen

steiler Abstieg

Am Freitag wachte ich mit Vorfreude auf, denn ich hatte einen Schnorchelausflug gebucht! Auf dem Programm stand: „Chrissi geht mit Haien schwimmen!“ Ich machte mich also fertig, frühstückte und fuhr mit dem Boot in das nächste Riff! Ich sprang ins Wasser und sah schon vor dem ersten Atemzug einen Hai! Wow….ich war umgeben von einem wunderschönen Riff, bunten Fischen und mindestens 6 Haien! Ich schwamm mit den Haien und unser Tourguide fing sogar einen Hai für uns ein. Ich konnte ihn also anfassen und streicheln! Ich fühlte mich wie im Streichelzoo….nur eben unter Wasser und mit Fischen! 🙂 (Eine Haihaut fühlt sich an wie Leder!) Nach dem Schnorcheltrip fuhren wir wieder zurück und ich verbrachte den Tag am Strand und im Wasser. Ich konnte nicht genug vom Schnorcheln und den vielen bunten Farben bekommen und so zog es mich immer wieder ins Wasser. Am Abend war ich dementsprechend müde und nach dem Abendessen und Unterhaltungsprogramm ging es für mich ins Bett!

auf gehts zu dein Haien

gestern noch auf dem Berg…heute von unten

Ich beim Schnorcheln

zwei kleine Riffhaie unter mir

Am nächsten Morgen packte ich meine (endlich trockenen Sachen) zusammen und machte mich zur Abreise bereit. Ich verbrachte den Tag am Strand und wartete auf mein Boot. Es ging nach „Bounty Island“ einem „2 Kokosnussresort“! (In Fiji gibt es 1 Kokosnuss = Hostel, 2 Kokosnüsse= Resort, 3 Kokosnüsse= für die ganz reichen Leute!!) Ich schlafe normal immer nur in einer Kokosnuss, weil ich mir nicht mehr leisten kann, aber für eine Nacht bin ich dann mal auf „Bounty Island“ gegangen, damit ich das günstigere Boot für den nächsten Tag erwischte. Ich ließ es mir also am Pool gutgehen und genoss einen Cocktail. Am Abend schaute ich mir den Sonnenuntergang an und unterhielt mich mit einer Deutschen in meinem Zimmer.

Ich beim „abhängen“

am Bounty-Pool

Sonnenuntergang auf Bounty

Am nächsten Morgen genoss ich ein wunderbares „Resort-Frühstücks-Buffet“ und machte mich danach auf eine kleine Erkundungstour. Ich lief um die Insel herum und das hat mich ganze 20 Minuten gekostet!! Also immerhin 10 Minuten mehr, als auf „Beachcomber Island“!! 🙂 Die Insel ist also auch echt winzig!! Danach wartete ich am Pool auf mein nächstes Boot, welches mich später zu „Mana Island“ brachte. Am Nachmittag kam ich dort an und genoss die Sonne, den Strand und das Meer. Ich war eine Weile schnorcheln und lief schließlich ein bisschen am Strand entlang. Ich traf zwei Amerikanerinnen mit denen ich mich gut verstand. Wir liefen zusammen zum „Sunset Beach“ und genossen den Sonnenuntergang! Danach ließen wir den Abend mit einem Glas Wein an der Strandbar ausklingen!

erster Blick auf Mana Island

Ich am Sunset Beach

natürlich mit Sunset….

Heute war wieder ein ganz wunderbarer Tag! Die Sonne scheint in den letzten Tagen ununterbrochen und somit ist es richtig heiß! (So wie Fiji sein soll!!) Ich lief mit meinen Zimmergenossen um die gesamte Insel „Mana“ herum! Dieser Spaziergang hat uns über zwei Stunden, viel Energie und Klettervermögen gekostet! „Mana Island“ ist nämlich etwas größer!! 🙂 Wir hatten aber viel Spaß und viel Zeit zum Unterhalten. (Ich treffe auf meiner Reise immer sehr interessante Menschen!) Auf dem Rückweg sind wir an einem „3 Kokosnussresort“ vorbeigekommen. Dort habe ich drei Segelboote liegen sehen und konnte natürlich nicht anders…ich musste herausfinden, ob man die mieten kann! Ich fragte im Resort und bekam die Antwort: „Nein, die Boote sind nur für unsere hauseigenen Gäste…mieten ist nicht möglich!“ Mist, dachte ich mir!! Ich bittete und bettelte und gab einfach alles….der Fijianer bekam mein süßestes Lächeln und wurde schließlich doch ganz weich! (Yes!!!) Schließlich sagte er: „Ok, aber das ist ein Geheimnis zwischen dir und mir!!“ Ich bekam ein Boot für eine halbe Stunde und segelte ein bisschen durch die Gegend! Ich hatte richtig viel Spaß!!! Jetzt bin ich aber auch k.o. (zu viel Sport und zu heiß hier!!). Ich werde mir gleich einen kühles Getränk gönnen und mich in die Hängematte legen!

um die Insel laufen und andere Inseln ansehen…

Ich gehe Segeln- und das auf Fiji!! 🙂

Ich melde mich wieder, wenn ich auf dem Festland bin!

Bis bald,

eure Christiane



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3 Antworten zu “Inselhopping „Teil 2“”

  • Kai Lischka sagt:

    Hallo Christiane,

    schön daß dir nichts passiert ist. Ich hoffe solche Ereignisse wie der Sturm bleiben auf deiner weiteren Strecke eine Ausnahme. Zumindest ist es etwas woran du dich noch lange erinnern wirst 😉

    Ich wünsche dir auch weiterhin gutes Gelingen!

    Viele Grüße
    Kai

  • Saskia sagt:

    Wow, der Sonnenuntergang sieht einfach herrlich aus…
    Ich glaube du bist wirklich im Paradis angekommen 🙂
    Und ich habe jetzt viele Inspirationen für meinen nächsten Urlaub 😀
    Nur mit den Haien kann ich mich glaube ich nicht so recht anfreunden 🙂
    Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Spaß – tanke ganz viel Sonne für mich mit 😉
    Viele Grüße aus dem fernen Heidelberg,
    Deine Saskia :-*

  • Madeleine sagt:

    schon seit gestern habe ich immer wieder ganz gespannt deine Seite angeklickt weil ich deinen nächsten Bericht mal wieder nicht abwarten konnte 😉
    und diesmal hab ich mich vor lauter Spannung ganz fest an mein Notebook geklammert 😉 Hut ab dass du bei diesem Wellengang nicht die Nerven verloren hast, ich hätte wahrscheinlich Heulkrämpfe bekommen 😉
    Die Bilder muten einfach total paradiesisch an. Ich dachte immer, sowasgibt es nicht wirklich, nur als Fotomontage… Hoffentlich war das dann Entschädigung genug für deine Horrorbootsfahrt 😉
    Dann drücke ich dir die Daumen, dass du total entspannt aufs Festland zurückkommst!
    Ganz liebe Grüße
    Madeleine

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